Wie bewegt man sich in Rio?

Am Donnerstagabend 21:30 Uhr am Flughafen Frankfurt beginnt meine Olympiareise. Endlich nach anstrengenden Wochen in der Schule, weil der Ärger, dass ich nicht zu den Proben der Eröffnungsfeier fahren durfte innerlich immer noch mitschwingt.

Doch kaum betrete ich die Flughafenhalle, fällt alles ab und ich laufe innerlich pfeifend durch die leeren Gänge.

Bereits bei der Sicherheitskontrolle sehe ich einige Leute mit der offiziellen Olympiakleidung der Deutschen: Rote Turnschuhe und Handkoffer, beige Hosen und mint-grüne Shirts mit roten Rändern.

Im Bustranfer aufs Rollfeld finde ich mich zufällig direkt in einer Gruppe Volunteers wieder. Sie kennen sich alle schon über die Whats App – Gruppe „Deutsche Volunteers in Rio“. Ich werde gleich aufgenommen:) Herrlich, ich bin voll in meinem Element.

Die einen sind beim Reiten, zwei beim Leichtathletik und im Deutschen Haus.

Nach 12 Stunden Flug komme ich recht ausgeschlafen um 5 Uhr morgens in Rio an.

Es ist schwülwarm und ich lande direkt in einer Riesenmenschenschlange. Nach 45 Minuten erkenne ich, dass es die Schlange zur Passkontrolle ist… Welcome to Southamerica:)
Ich lerne Hans-Joachim kennen, der für die Kommunikationstechnologie in den Stadien verantwortlich ist. Deutsche Technologie wird wohl großgeschrieben hier.

Dann freue ich mich das erste mal über gute Tipps von den Volunteers, die bereits in Rio sind. Ich habe um 6 Uhr über OCAB einen Transfer zu der Wohnung gebucht, wo ich wohne. Ping! Bereits um 5.40 Uhr erhalte ich eine SMS, dass der Fahrer bereit steht. Wie genial ist denn das?

Leider stand ich noch in der Riesenschlange. Ich rief ihn an, er sprach gut englisch und meinte, er warte bis ich komme.
Also dieses OCAB – System kann ich nur empfehlen:
Bargeldloses zahlen, sehr freundliche Fahrer, top sicher.

Und sie haben mir einen Code für meine Leser gegeben: Wenn ihr den Code JUGGLE eingebt, gibt es Prozente und ich erhalte für die Website auch wohl einen kleinen Betrag. Eine Win-Win-Situation:)

Am Kofferband steht auch die deutsche Turnermannschaft mit Fabian Hambüchen.

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Um 7 Uhr wurde ich von Steffen, dem Mann von Ana, und Cristina, der Vermieterin empfangen. Ich wohne in Laranjeiras, einem schönen und wohl gehobenerem Viertel. Außerdem liegt es recht zentral. Steffen kredenzt mir ein Frühstück aus Porridge und angebratener Abacaxi, eine Art Ananas.

Steffen geht eine Stunde  später zur Arbeit und wird auch das Wochenende mit Ana verreist sein. So habe ich die Wohnung für mich. Gut zum langsamen Ankommen in einem anderen Land.

Cristina zeigt mir nach dem Frühstück das Viertel, geht mit mir zum Geld abheben, macht einen Hausschlüssel für mich am Kiosk ums Ecke nach. Sie zeigt mir auch, wo Ihre Schwester wohnt, falls was ist.
Ich fühle mich komplett sicher und gut aufgenommen.
Danach hieß es erstmal 3 Stunden Schlaf nachholen und dem jetlack (5 Stunden zurück)  nachgeben.

Netterweise hatte mit Steffen noch vor seiner Abreise die App UBER erklärt. Das ist ja ein hervorragendes  Transportsystem! Man gibt seine Kreditkartendaten an, so muss man nie mit Bargeld zahlen, der Preis ist vorher fix und man sieht, wie lange der Fahrer braucht, bis er vor der Tür steht. Es sind Privatpersonen, die sich etwas dazu verdienen, jedoch über ein GPS-System überwacht sind, so wird es als sehr sicher gesehen und selbst die Brasilianer nutzen es sehr häufig.

Ich teste es mit einer Fahrt zum berühmten Strand von Ipanema, wo ich vor 3 Jahren während meiner Weltreise bereist „kopf“ stand:)

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Ich bestelle den Fahrer direkt vor die Haustür. Wenn er in der Nähe ist, schickt die App ein Foto und den Namen des Fahrers plus die Automarke mit Nummernschild. Nur ein paar Minuten später hälte dann ein freundlicher Fahrer und bietet einem sogar ein Wasser für die Fahrt an!

Zugleich ist es ein hervorragender Sprachkurs!

Am Strand treffe ich Esther aus der Whats app – Gruppe, sie ist auch gestern angekommen und hat Lust etwas zu unternehmen.

Wir genießen das Strandfeeling und die hohen Wellen. Sie ist Anfang 20, spricht perfekt portugiesisch, weil sie ein Jahr Schüleraustausch mit 15 Jahren (!) in belo Horizonte gemacht hat. Sie hilft mir später eine braslianische SIM-Karte für das Handy zu kaufen und wir gehen gemeinsam essen.

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Wir verabreden uns für den nächsten Tag um ganz früh unsere Uniformen zu holen, da es dort immer so voll sein soll. Sie ist beim Rudern eingeteilt.

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