Mittlerweile ist die 4. Woche bei Zip Zap angebrochen. Das Leben hier in Kapstadt ist so abwechlungsreich und lebenswert, dass ich gar nicht mehr zum Blog schreiben komme. Doch heute war mal wieder so ein intressanter Tag, dass ich ihn gerne mal wieder teilen mag.

Zip Zap Road Show

Um 8 Uhr morgens düsten wir mit dem ZIp Zap-Bus und 8 Artisten Richtung Bloombergstrand, weil wir da einen Auftritt bei dem 21. Geburtstag einer Privatschule (Elkhana House) hatten. 21 ist hier besonders, denn da gilt man als „erwachsen“. Diese Schule hat sich so angenhem, wertschätzend und fröhlich gefeiert, dass es rührend war. All diese Kinder aus verschiedenen Nationen, der Schulrugby-Song ist aus der Maori-Kultur entnommen und dann die verrückten Zip Zap-Kids mittendrin, um das Fest zu bereichern. Mir gefällt’s.

Und der Schul-Slogan auf den Uniformen ist “ a creative learning school“. Spannend, wie mich das Leben immer mehr an solche Orte bringt, wo Schule innovativ und kreativ gestaltet wird.

1000 Kinder aus Highschool, Middleschool und Primaryschool staunten um die Wette, als sie unsere Show sahen.


Ich liebe besonders den Table Act der Show, die drei Jungs haben so einen unglaublichen Ausdruck!

 

Meine Vision formt sich

Ich merke immer mehr, dass meine Vision ein Ort ist, wo junge Erwachsene durch kreative und artistische Aktivitäten ihr volles Potential entfalten lernen und eine Idee davon bekommen, warum sie hier auf der Welt sind und wie sie einen Unterschied machen können. Ich werde ihnen die Werkszeuge geben, dass sie ihr eigenes spektakuläres Leben erschaffen können.

Kreativität mit den Dare2Dream-Kids

Mittags hatte ich dann eine Kreativ-Session mit den Jugendlichen, die ich hier trainiere. Es sind 5 Jugendliche zwischen 16-22 Jahren, die Fähigkeiten an die Hand bekommen, um Lehrer zu werden und professioneller Artist.

Es war eine Freude zu sehen, auch wenn sie in der Schule ziemlich versagt haben, wie gut und kreativ sie in ihrem Feld sind.
Sie haben so schnell mit wenigen Tricks, die sie mit den Tennisbällen und der Dose bisher können, eine witzige Choreographie entwickelt.
So macht Unterrichten echt Spaß.

Rigging Class

Perfekterweise hatten diese Jugendlichen heute einen 3-stündigen Workshop, wo man die Knoten lernt, wie man Trapeze und andere Geräte befestigt. Das nennt sich rigging im Englischen. Das muss ich bei meiner Abschlussprüfung von meiner Ausbildung an der Ecole National de Cirque eh noch zeigen. Also hab ich gleich mitgemacht.

Meditation in einem buddhistischen Zentrum

Da ich ja auf einer Reise zu mir selbst bin und mich manchmal die vielen Ideen und Optionen in meinem Kopf wahnsinnig machen, hat mir eine Bekannte hier geraten, doch mal zu den Meditationen von dem Zentrum hier zu gehen.
Ich probiere ja gerne Neues aus: Ich war beeindruckt von dem modernen Denken dieses Mönches und seinem Witz mit dem er unsere Gesellschaft und die Probleme sieht. Es war eine 20-Minuten-Meditation und 40 Minuten eine anregende Diskussion über wie man glücklich wird heutzutage. Echt inspirierend.

Meine Tage sind so voller inspirierender Erlebnisse und Begegnungen, dass ich manchmal gar nicht genug kriegen kann.

Lasst euch inspirieren von den vielen Kleinigkeiten und taglichen Begegnungen, da ist so viel Potential drin.

Das Beste war: Der Mönch war Jongleur bis er 27 Jahre alt war!

Das hat mich so an diese wundervoller Legende erinnert, die ich seit meiner Schulzeit mit mir herumtrage:

Der betende Gaukler

Es war einmal ein Gaukler, der tanzend und springend von Ort zu Ort zog, bis er des Lebens müde war. Da gab er alle seine Habe hin und trat in das Kloster zu Clairveaux ein. Aber weil er sein Leben bis dahin mit Springen und Tanzen und Radschlagen zugebracht hatte, war ihm das Leben der Mönche fremd, und er wusste weder ein Gebet zu sprechen noch einen Psalm zu singen. So ging er stumm umher, und wenn er sah, wie jemand des Gebetes kundig schien, aus frommen Büchern las und mit dem Chor die Messe sang, stand er beschämt dabei: Ach er allein, er konnte nichts. „Was tu ich hier?“ sprach er zu sich. „Ich weiß nicht zu beten und kann mein Wort nicht machen. Ich bin hier unnütz und der Kutte nicht wert, in die man mich kleidete.“

In seinem Gram flüchtete er eines Tages, als die Glocke zum Chorgebet rief, in eine abgelegene Kapelle. „Wenn ich schon nicht mitbeten kann im Konvent der Mönche,“ sagte er vor sich hin, „so will ich doch tun, was ich kann.“

Rasch streifte er das Mönchgewand ab und stand da in seinem bunten Röckchen, in dem er als Gaukler umhergezogen war. Und während vom hohen Chor die Psalmgesänge herüberwehen, beginnt er mit Leib und Seele zu tanzen, vor – und rückwärts und links herum und rechts herum. Mal geht er auf Händen durch die Kapelle, mal überschlägt er sich in der Luft und springt die kühnsten Tänze, um Gott zu loben. Wie lange auch das Chorgebet der Mönche dauert, er tanzt ununterbrochen bis ihm der Atem verschlägt und die Glieder ihren Dienst versagen.

Ein Mönch war ihm aber gefolgt und hatte durch ein Fenster seine Tanzsprünge mitangesehen und heimlich den Abt geholt. Am anderen Tag ließ dieser den Bruder zu sich rufen. Der Arme erschrak zutiefst und glaubte, er solle des verpassten Gebets wegen gestraft werden. Also fiel er vor dem Abt nieder und sprach: „Ich weiß, Herr, dass hier meines Bleibens nicht ist. So will ich aus freien Stücken ausziehen und in Geduld und Unrast der Straße wieder ertragen.“ Doch der Abt neigte sich vor ihm, küsste ihn und bat ihn, für ihn und alle Mönche bei Gott einzustehen: „In deinem Tanze hast du Gott mit Leib und Seele geehrt. Uns aber möge er alle wohlgefeilen Worte verzeihen, die über unsere Lippen kommen, ohne dass unser Herz sie sendet.“

Französische Legende