Die erste Probe – ich kann nicht dabei sein!

Dies ist ein Post über die traurige Seite auf meinem Weg nach Rio:

Heute ist die erste Probe für die Eröffnungsfeier, über die What’s app – Gruppe bekommen ich seit Tagen mit, wie die Artisten Rio 2016 aus der ganzen Welt anreisen. Wir sind 500 und davon 36 internationale Artisten. Man merkt, die Vorfreude ist riesig.

Wir bekommen auch ein Foto von dem Choreographen, damit wir ihn erkennen. Als die Probe abends vorbei ist, ist die Stimmung grandios, nur leider dürfen die Artisten nichts schreiben, wie es war, und keine Fotos posten – alles „top secret“, damit die Eröffnung der ersten olympischen Spiele auf dem südamerikanischem Kontinent „maravilhosa“ (wunderbar) wird.

Just an diesem Tag habe ich das letzte entscheidende, klärende Gespräch, um um meine Freistellung zu kämpfen, damit ich bei der 3. Probe am 1.7.2016 dabei sein kann.

Jeder Weg hat ein paar Steine, aber diese sind ziemlich groß und schwer. Seit 3 Monaten stelle ich Anträge für eine außerordentliche Freistellung für die letzten vier Schulwochen. Denn leider beginnen in Baden-Württemberg die Ferien erst am 28.7.2016, die Proben aber bereits heute.

Da man aber nur drei Proben verpassen darf, ist die Deadline der 1.7.2016.

Ich bin Lehrerin – mit einem großen Traum – aber leider auch „Staatsdienerin“. Die Schwere und Bedeutung dieser Bezeichnung ist mir in den letzten Monaten erst richtig klar geworden.

Das Regierungspräsidium lässt mich aus juristischen Gründen nicht gehen, trotz vieler Vorschläge, wie der Unterricht anders zu verteilen wäre bzw. liebe Kollegen haben mir Unterstützung zugesagt, meine Stunden zu übernehmen. Erklärt wird es mir nicht – Antrag einfach abgelehnt. Transparenz gleich null. Obwohl sie von uns Lehrern immer so kleinlich gefordert wird…

Erst nach vielen Nachfragen, bekomme ich ein Gespräch bei dem zuständigen Juristen. Ich gebe ihm spontan sogar eine Jongliereinlage meiner aktuellen Show, um ihm zu zeigen, wieviel mir daran liegt. Leider hilft es nicht! Immerhin legt er mir endlich nach drei Monaten, die Gründe dar – es wurde eingehend geprüft…

So lässt er mich aber als Mensch mit meinem Wunsch und einer großen Entäuschung zurück.

Auf diesem Weg wird mir mehr und mehr bewusst und die Frage aus meinem Inneren immer lauter: Bin ich freiheitsliebender und kreativer Mensch überhaupt richtig in diesem Beamtentum???

Doch ich liebe es jungen Menschen die Welt zu zeigen, ihren Blick auf verschiedene Kulturen zu schärfen, Ihnen Spass an der Bewegung zu vermitteln und über kreative Film- und Sportprojekte ihr Potential zu entfalten.

Schade nur, dass man mich meine Kompetenzen nicht weiter entfalten lässt.

Ich wäre gerne Vorbild gewesen: Dass es sich lohnt für einen großen Traum zu kämpfen…

 

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