Ich habe die Eröffnungsfeier erlebt!

Ich war drin!!!  bzw. bin es noch!
Drei Stunden lang habe ich es probiert, weil ein paar Volunteers meinten, mit den Zeichen, die ich auf der Karte hätte, müsste ich reinkommen:)
Denn ich bin noch gelistet als Artist für die Eröffnungsfeier. Nur habe ich ja nicht die Kleidung für die Show.

Tatsächlich wollte ich es am Anfang probieren, habe aber nur die Menschen mit blauen T-Shirts in den Eingang laufen sehen und da habe ich mich nicht getraut.

Auf dem Weg zum nächsten Eingang traf ich zwei junge Journalisten von der deutschen Olympiamannschaft, die kleine live Beiträge für die Social Media Kanäle bedienen. Sie haben mich gleich für ein Interview geschnappt, nur reinbringen könnten sie mich leider nicht.

Am nächsten Eingang schaffte ich es tatsächlich bis fast ins Stadion, weil sie auch da schon meine Karte für gut befunden haben, aber da fehlte mir an der letzten Tür, der entscheidende lila Aufkleber… Also haben sie mich freundlich zum Ausgang geleitet…

Also Uniform ausgezogen, zivile Klamotten an und dann als Tourist den nächsten Versuch starten, dachte ich.
Eine Stunde habe ich mit zwei Australiern versucht, Tickets auf der Straße zu ergattern, aber die Preise variierten zwischen 280 und 1000€ !!!

Um 19.30 Uhr war ich ziemlich frustriert und machte mich auf den Weg zur Metro und sah mich schon alleine am Fernseher sitzen, weil ich nicht wusste, ob sie bei den Publicviewing – Plätzen noch Menschen reinlassen würden.

An dem Eingang der Artisten stand eine wichtige Frau mit vielen walkytalkies und meinte: Can I help?
Ich versuchte ihr zu erklären, dass ich eigentlich Artist sei, jetzt aber nur in der Schlussfeier, weil ich von der Arbeit nicht so früh weg durfte. Ich glaube, sie hat es nicht so gut verstanden und meinte nur: Let me check… Und plötzlich klebte sie mir ganz selbstverständlich DEN lila Sticker drauf. Ich fand mich zwischen allen Artisten schon in Kostüm wieder und ich die einzige in Zivil. Mein Herz klopfte so stark, ich wollte nicht, dass mich jetzt noch jemand aufhält.
Ich bin dann erstmal zielstrebig an allen Artisten vorbei, obwohl ich gerne etwas genauer geguckt hätte, aber ich lerne sie ja in zwei Tagen alle kennen. Jetzt hieß mein Ziel nur noch: rein ins Stadion.
Ich habe einfach den ersten Eingang ausprobiert und da stand KEIN Volunteer und prüfte die Karten! Schwupps, war ich drin.

Jetzt hieß es nur noch einen Platz zu finden, der nicht verkauft war. Ich setzte mich auf den erst besten Plat und da blieb ich dann auch die nächten vier Stunden. Ich konnte es nicht glauben, ich saß im alterwürdigen Maracana, so viele Steine wurden mir in den Weg gelegt und am Ende hat es doch geklappt.

Die magischsten Momente waren für mich die Show mit den Eingeborenen und diesen Fäden, das sah einfach so irre aus und natürlich als das ganze Stadion die brasilianische Hymne sang.
Diese Vielfalt in diesem herrlichen Land haben sie künstlerisch so gut eingefangen.
Ich muss mich ständig zwicken, dass ich wirklich hier sitze!
Unglaublich berührend war, als die unabhängige Olympiamannschaft einlief und danach großer Jubel bei Palästina.
Wieder ein gutes Zeichen, dass der Sport verbindet.
Bei mir lösen außer bei Deutschland auch natürlich Länder wie Frankreich, Südafrika, Australien, Neuseeland und Schweiz Glücksgefühle aus, weil ich da so viele liebe Menschen kenne:)

Auch bei allen südamerikanischen Ländern gab es viel Applaus. Wie schön!
Sie freuen sich eben über die ersten olympischen Spiele auf diesem Kontinent. Zurecht.

Die Fläche hier im maracana wird immer bunter, bald sind alle 200 Nationen eingelaufen.
Ich finde den Anblick überwältigend!

Always believe in your dreams and never give up, hat der brasilianische Sportpräsident gesagt und lobte damit alle, die geholfen haben, damit Rio, die ersten Olympischen Spiele in Südamerika ausrichten kann. Viele Worte in seiner Rede haben mich sehr berührt, sicher weil ich mir so eine Welt vorstelle mit den Werten, die in der olympischen Geschichte so eine große Rolle spielen – eine Welt mit Respekt, ohne Unterschiede und in Frieden miteinander. Sehr nachdenklich hat mich die Show auch gemacht. Dennoch es war ein unglaubliches Spektakel mit einer ganz eigenen Stimmung. Ich wäre so ein lachendes Männchen mit dem Pfeil auf dem Rücken gewesen, die während des langen Einmarsches die Althleten bei Laune gehalten haben.

Let’s create a new world. So endete der Präsident. Dem ist nichts hinzuzufügen, außer, dass ich überglücklich bin.

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