Los geht’s heute auf Abenteuer-Camping-Tour! Übernachten unterm Sternenhimmel in sogenannten Swags. Das sind Schlafsäcke, wo eine Matratze integriert ist und man seinen Schlafsack reinlegt.
Ich bin so gespannt!

Schon lange steht diese Tour auf meiner Wunschliste. Ich habe keine Idee wie der Südwesten Australiens aussieht, ich hörte nur, dass es einiges an Tieren zu sehen gibt und die Durchquerung der Nullabor-Ebene einzigartig sein soll.


Abschied aus Adelaides bestem AirBnB

Mein Tag beginnt früh – um 5.45 packe ich meine Sachen und verlasse das gemütliche Haus von Lyn und Peter. Sie haben mir für eine Woche wirklich ein Zuhause in der Ferne geschenkt. Das ist für mich das schönste an Airbnb. Du lernst die Einheimischen kennen und darfst an ihrem Alltag teilnehmen. Außerdem war Lyn die erste, die auch ein liebevoll zubereitetes Frühstück mit angeboten hat. Jeden Tag ein Schälchen mit frisch zubereiteten Obstsalat:) 
Dankbarer könnte ich nicht sein, denn heute morgen hat sie mir sogar angeboten, mich zum Treffpunkt der Tour in der Stadt zu fahren. Um 6 Uhr morgens!


Wir verabschieden uns herzlich. Wieder hat eine Stadt auf der Welt ein Gesicht für mich bekommen: durch die Herzlichkeit von Lyn und Peter und durch die Begegnungen mit den Artisten des Fringe Festivals.

Tag 1: Flinders Range

In der Lobby des YHA Hostels sitzen noch 11 unbekannte Menschen mit denen ich nun die nächsten 10 Tage verbringen werde. Ich finde es immer spannend, wie ich die meisten immer erst direkt in eine Schublade stecke und dann natürlich offen und neugierig bin, wie sie wirklich sind. 
Amanda, unser Tourguide und ca. Anfang 30, begrüßt uns mit einem herzlichen Lächeln und wir beladen den kleinen Anhänger mit unseren Rucksäcken. 
Die erste Tagesetappe führt uns nach Georgetown nach 2 Stunden Fahrt, wo wir Snacks und kühles Bier fürs Lagerfeuer einkaufen können. Noch 2 Stunden später halten wir in Claire und Amanda zaubert aus dem Anhänger viele leckere Zutaten für einen Wrap. 


Um 14 Uhr erreichen wir den Mount Remarkable Nationalpark, der zu den südlichen Flinders Ranges, der 400 km langen Bergkette im Süden Australiens, gehört.

Aligator Gorge

Wir wandern durch die Aligator Gorge, ähnlich wie im Karinjini Nationalpark, gibt es hier diese roten, geschichteten Gesteinsformationen. Wir laufen durch ein ausgetrocknetes Flussbett durch diese bizarre Felsenschlucht. 

Zwischenstopp im Schwimmbad

Es ist heiss, 36 Grad, und wir freuen uns auf den klimatisierten Bus. 
Bei der Hitze ist eine zweite Wanderung nicht möglich, Amanda schlägt uns vor, in das örtliche Schwimmbad zu gehen in Quorn, denn um 17 Uhr bereits das Nachtlager aufzuschlagen, ist zu heiss. Also ab ins Wasser!
Die Abkühlung bei mittlerweile 38 Grad Außentemperatur war herrlich und eine gute Möglichkeit, die anderen kennenzulernen.

Die Reisegruppe

Da ist ein Japaner, Kenta, der fast kein Englisch spricht. Jamie, ein schottischer Tierarzt mit fast unverstöndlichem Akzent, der auf verschiedenen Farmen anheuert, ein britisches Paar, Paul und Charlie, auf Hochzeitsreise, zwei Schweizerinnen, die Work and Travel machen, eine türkische Pharmazeutin, die eine Konferenz und Reisen verbindet, Brad, der Kanadier, der ein Fitnessstudio besitzt und leidenschaftlich fotografiert und zwei deutsche Backpackerinnen, Leonie und Martina.
Puh, die eine hat mich beim ersten Kontakt gesiezt!!! Da fühlte ich mich doch etwas in die Jahre gekommen…
Obwohl das Pärchen auf Hochzeitsreise noch älter ist:) 

Warren Gorge

Danach ging es dann in den Mount Remarkable Nationalpark, wo wir mitten im Nichts unser Nachtlager aufschlugen.

Eine Stunde bis zum Abendessen. So gingen wir in Kleingruppen los, auf der Suche nach den kleinen Gelbfuss-Wallabies, eine Art kleines Känguru mit gestreiften Schwanz.
Direkt nach ein paar Metern kreuzte ein „normales“ Känguru unseren Weg und sprang in Riesenhüpfern davon. Ist schon ein Erlebnis, in deren Welt zu Gast zu sein. Ähnlich wie bei einer Safari:)

Das Gelbfuß-Wallabie

Wir haben tatsächlich eins der seltenen Gelbfuß-Wallabies gesehen!

Um 20 Uhr ging die Sonne unter und dann gibt es auch nicht mehr viel zu tun. Ein bisschen Smalltalk und dann ab in den Swag unter einem gigantischen Sternenhimmel.

Thanks to Brad for the great photo

Mir blieb der Mund offen stehen als alle Taschenlampen erloschen waren und die Milchstraße und tausende von Sternen sichtbar wurden. Und eine Sternschnuppe über den Himmel sauste!!!